Wachteln als Alternative zu Hühnern
- Felix Claußen

- 30. Okt. 2023
- 4 Min. Lesezeit
Jedes Geflügel hat seine Besonderheiten und Ansprüche an die Haltung: Hühner wollen einen Auslauf, Enten sogar eine Bademöglichkeit. Wer beides nicht bieten kann, aber ein Nebengebäude hat, kann auf Japanische Legewachteln ausweichen. In der Hobbyhaltung sind 200 Eier im ersten Legejahr realistisch, wenn die Tiere eine UV-Vogellampe im Stall haben und dieser im Winter nicht zu weit auskühlt. Professionelle Wachtelhalter erreichen sogar bis 350 Eier im Jahr!
Wer denkt, dass Hühner bereits schnell in ihrer Entwicklung sind, wird überrascht sein, dass die Legereife bei Wachteln spätestens nach 8 Wochen einsetzt. Solange es nicht um die Nachzucht geht, wäre auf Hähne zu verzichten, da diese die Hennen stressen. Bei Hühnern ist das hingegen umgekehrt, diese fühlen sich mit Hahn wohler. Interessant ist zudem, dass Personen mit Hühnerei-Unverträglichkeit auf Wachteleier ausweichen können.
Genau wie bei Hühnern lässt die Legeleistung der Wachteln mit dem Alter nach – spätestens im dritten Jahr bricht die Leistung deutlich ein. Viele Wachtelhalter frischen ihren Bestand deswegen auf. In regelmäßigen Abständen setzen sie junge Wachteln dazu, die damit die ausscheidenden ersetzen.

Das Dilemma der Brüter
Japanische Legewachteln werden in drei Gewichtsklassen gezüchtet, die mittlere ist für die Eiproduktion etabliert, die schwere für die Fleischproduktion. Die drei Linien erreichen bis 240, 350 und 500 Gramm. Genau wie bei Hühnern gibt es statistisch pro Henne einen Hahn.
Wie auch bei Hühnern kann es teilweise vorkommen, dass sich die Hähne gegenseitig bekämpfen, sobald die Geschlechtsreife eintritt. Aber auch bei reinen Hennen-Gruppen kann es zu plötzlich auftretenden Aggressionen und so zu Verletzungen im Wachtelstall kommen.
Die Haltung mehrerer Hähne in einer Gruppe ist bei einer entsprechend hohen Anzahl an Hennen meist kein Problem.
Auf 4-5 Wachtelhennen sollte max. ein Hahn gehalten werden. Andernfalls werden die Hennen zu sehr gestresst und haben vom häufigen treten bald keine Federn mehr auf dem Rücken und am Hinterkopf.
Wer Wachteln ausbrüten möchte, muss deswegen bereits wissen, dass er um diesen Schritt nicht herumkommen wird. Oder positiv formuliert: Wachtelfleisch gilt nicht grundlos als Delikatesse – es ist sehr zart, aromatisch und zugleich wertvoll. Das Fleisch enthält Vitamine, Mineralstoffe und die für uns wichtigen essenziellen Aminosäuren.
Wachteleier ausbrüten
Es liegt nicht allein daran, dass die Japanische Legewachtel auf ihre Legeleistung optimiert wurde. Sie stellt zudem sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum, um mit der Naturbrut zu beginnen. Selbst unter sehr guten Haltungsbedingungen wird diese Naturbrut deswegen eine Seltenheit bleiben.
Bruteier von Wachteln, Hühnern und Enten benötigen fast die identische Bruttemperatur, weswegen gluckende Hühner schon mal ein paar Enteneier ausbrüten dürfen. Dieses würde mit Wachteleiern nur dann gehen, wenn es sich um sehr leichte Zwerghühner wie Zwerg-Seidenhühner handelt. Selbst mittelschwere Zwerghühner würden bereits die Wachteleier oder später die Wachtelküken erdrücken.
Für den praktischen Alltag bedeutet dieses, dass Japanische Legewachteln das Licht der Welt fast immer im Brutapparat erblicken. Viele Modelle haben bereits Rollhorden oder Einschübe für unterschiedliche Ei-Größen. Wiegen Wachteleier nicht 40 bis 65, sondern nur 11 bis 15 Gramm, so passen einige mehr in den Brutapparat.
Mit dem Schlupf ist am 17. bis 18. Tag zu rechnen. Die Küken sind für die ersten zwei Tage noch durch ihren Dottersack versorgt. Die Küken sollten in der Brutmaschine bleiben, bis sie vollkommen trocken sind. Dieser soll nicht einmal zum Nachschauen geöffnet werden, selbst wenn ein Küken mit der Eischale hart zu kämpfen hat. Bei Küken, die es allein nicht aus dem Ei herausschaffen, sollte nicht nachgeholfen werden. Denn diese Küken werden oft zu Problemfällen.
Wachtelküken aufziehen
Frisch geschlüpfte Wachteln kommen nach dem Antrocknen in eine Kükenbox, die gute 0,5 m² groß sein soll. Ideal ist eine Rotlichtlampe, die auf passender Höhe einzustellen ist. Als Tränke sollte eine spezielle Wachtelkükentränke verwendet werden. Tränken für Hühnerküken oder offene Gefäße (z.B. flache Schalen) eignen sich nicht, da die Küken darin leicht ertrinken können oder durchnässen und dann verklammen.
Futter kann in einer flachen Schale gereicht werden. Wachtelküken lernen sehr schnell und picken nach allem, was auf dem Boden herumliegt.
Wegen dieser Eigenschaft sind Sand, Sägemehl oder ähnliche Einstreu zu vermeiden: Die Küken fressen diese und sterben. Auch auf einen glatten Boden wie Zeitungspapier ist zu verzichten, da die Küken einen festen Halt benötigen, ansonsten kommt es gehäuft zu Spreizbeinen.
Für die ersten Tage eignet sich auch aus hygienischen Gründen normale Haushaltsrolle und später Hobelspäne. Buchenhack, das nicht zu grob ist, hat sich ebenfalls bewährt und kann vom ersten Tag verwendet werden. Gerade in der ersten Woche ist sehr auf die Hygiene zu achten – mehrfach am Tag soll das Wasser erneuert werden und Verschmutzungen sind zu beseitigen.
Erfolgreiche Brut – die Bruteier
Eine erfolgreiche Brut gelingt immer nur mit befruchteten Bruteiern, die mit Sorgfalt gesammelt, gelagert und transportiert wurden. Auch dann nimmt deren Qualität ab dem 10. Tag schneller werdend ab.
Für eine gute Befruchtungsrate wären drei bis fünf Hennen pro Hahn sinnvoll. Wer keine eigenen Hähne für die Zucht durchfüttern möchte oder frisches Blut benötigt, sollte seine Bruteier kaufen. Gibt es in der Nähe keine Züchter, können die Bruteier auch einfach im Internet bestellt werden. Auch hier ist es wichtig, sich seriöse Partner zu suchen, die zuverlässig arbeiten.
Wer seine Bruteier erhält, sollte diese min. 24 Stunden ruhen lassen, damit sich die Hagelschnüre entwirren. Dies gilt für selbst abgeholte Eier genauso, wie für versendete Eier. In dieser Zeit kann bereits die Brutmaschine desinfiziert, aufgebaut und eingeschaltet werden.
Bevor die Eier eingelegt werden, sollte die Temperatur über einen 12 Stunden Zeitraum regelmäßig überprüft werden. Nur wenn die Temperatur beständig ist, sollten die Eier eingelegt werden.

Hallo! Ich muss sagen, dieser Artikel hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Ich habe die Ideen, die du hier teilst, sofort meinen Kollegen weitergeleitet, weil ich glaube, dass sie das genauso spannend finden werden. Es ist so erfrischend, wenn man auf qualitativ hochwertigen Inhalt stößt, wirklich Hut ab! Was mir aber besonders aufgefallen ist, ist, dass der praktische Teil zur Umstellung auf diese alternative Haltungsform noch etwas ausbaufähig ist. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, frage ich mich tatsächlich, wo man mehr über die "Wachtel-Alternative" erfahren kann. Denn ganz ehrlich, ich habe mich in den beschriebenen Situationen sofort wiedererkannt. Das hat mich total getroffen. Ich finde, hier liegt noch eine Chance, den Lesern noch mehr konkrete Hilfestellung zu geben. Aber generell…
Ich muss sagen, dieser Beitrag ist wirklich Gold wert! Es ist so erfrischend, hier mal wieder richtig fundierte Informationen zu finden. Ich bin selbst gerade erst dabei, mich mit dem Thema Wachteln auseinanderzusetzen, und ehrlich gesagt, die ersten Versuche waren etwas holprig. Man merkt, dass hier jemand mit Herzblut und Wissen schreibt, das ist wirklich nicht selbstverständlich. Besonders die Ausführungen zur "wachteln alternative" haben mich total angesprochen, da steckt meiner Meinung nach noch so viel Potenzial drin, das mehr Aufmerksamkeit verdient. Ich bin gespannt, ob es da in Zukunft noch mehr Beiträge geben wird, denn ich würde wirklich gerne mehr über diese spannende Alternative erfahren. Vielen Dank für diesen superen Inhalt und die ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema!
Absolut beeindruckender Beitrag! Deine Recherche ist wirklich top, Hut ab dafür. Ich finde es schade, dass so ein wichtiges Thema nicht mehr Aufmerksamkeit bekommt. Deine Ausführungen zur Wachtel als Alternative zu Hühnern haben mir aus der Seele gesprochen. Bei mir war es mit der Entscheidung für Wachteln nämlich ganz ähnlich. Ich hatte lange überlegt, ob Hühner das Richtige für mich sind, aber die Vorteile der Wachteln – sei es der geringere Platzbedarf oder die ruhigere Art – haben mich dann doch überzeugt. Was mich aber wirklich brennend interessiert: Wenn man weiterdenkt und eure Erfahrungen mit Wachteln als Alternative zu Hühnern betrachtet, was denkt ihr dann über die zukünftige Entwicklung in diesem Bereich? Seht ihr da noch Potenzial für weitere Innovationen…
Hallo! Vielen Dank für diesen wirklich aufschlussreichen Beitrag. Ich lese ja schon länger mit und finde das Thema Wachteln als Ergänzung zur Hühnerhaltung super spannend. Besonders interessiert mich ja, wie eine "Wachtel-Alternative" in der Praxis wirklich funktioniert. Man liest viel über die Vorteile, aber der praktische Teil, also wie man das am besten umsetzt, fehlt mir noch etwas. Wie genau integriert man die kleinen Federbälle am besten in den Alltag, gerade wenn man schon eine Hühnerherde hat? Was ich auch noch erwähnen wollte: Deine Erklärung war wirklich klar und verständlich, herzlichen Dank dafür! Das hilft ungemein, wenn man sich noch nicht so auskennt. Wenn man weiterdenkt, ist das ja auch eine tolle Sache, die ich gerne mal mit meinen Kollegen…
Ein wirklich spannender Beitrag! Ich muss sagen, deine Idee mit den Wachteln als Alternative zu Hühnern hat mich sofort neugierig gemacht. Anfangs dachte ich, das wäre vielleicht nur eine kleine Nische, aber je weiter ich deinen Ausführungen gefolgt bin, desto klarer wurde mir, dass da wirklich noch viel mehr Tiefe drinsteckt. Das hat mich ehrlich gesagt auch an ein eigenes kleines Projekt erinnert, das ich mal hatte, und wie man oft erst beim tieferen Eintauchen die wirklichen Potenziale entdeckt. Was mir besonders gut gefallen hat, ist deine Herangehensweise, die verschiedenen Aspekte so klar herauszuarbeiten. Das kann ich nur bestätigen, denn oft sind es gerade die kleinen, unscheinbaren Details, die den entscheidenden Unterschied machen. Ich habe auf jeden Fall etwas Neues…